Die dritte Veranstaltung der Ringvorlesung des Nachhaltigkeitsbüros behandelte das Thema „Umweltprotest“. Ziel des Vortrags im Hörsaal 1098 war es, beginnend mit dem Jahr 1960, einen Einblick in die historische Entwicklung der Umweltprotestbewegungen über die vergangenen Jahrzehnte zu ermöglichen. Dafür gelang es uns, den Historiker Matthias Lieb von der Technischen Universität in Darmstadt zu gewinnen, der für sein Dissertationsprojekt das „Bürgerschaftliche Engagement für den Umweltschutz in der Stadt“ in den Mittelpunkt stellte und heute als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Technischen Universität die Themenfelder Umwelt, Technik und Geschichte verbindet. Besonders im Fokus stand am 5. Dezember 2019 die Frage, inwiefern Protestbewegungen aus dem urbanen Raum in ihrer Arbeit auf Gerechtigkeit zielten und wie sie ihre Vorstellungen im Zusammenwirken mit anderen städtischen Akteur*innen verhandelten. Beginnend bei den Alternativen Grünen Bewegungen seit den 1960er Jahren, zeigte Matthias Lieb die anfängliche Skepsis dieser Initiativen gegenüber der Institutionalisierung des Umweltprotests in Form der Grünen Partei auf, wusste diesen Konflikt aber durch die 1979 angestoßene Parteigründung und deren zunehmende Akzeptanz aufzulösen. Gleichzeitig machte er auf die schon damals starke Diversität der Bewegungen- ausgedrückt etwa durch Aktionen im Vogelschutz – aufmerksam. In der anschließenden Fragerunde wurde der zunächst historische Begriff auf seine Aktualität überprüft. Dabei kam insbesondere zum Ausdruck, welches Selbstverständnis derzeitigen Bewegungen wie Fridays For Future zugrunde liegt und was wir von den Gründungsmüttern und -vätern des Umweltprotests seit 1960, noch heute lernen können.

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